Willkommen in Breitensee in Niederösterreich!

Auf dieser Seite finden Sie, was in und um Breitensee geschieht und sich in Bildern festhalten läßt.

 

Erstmalige Nennung von Breitensee 1196

Die erste urkundliche Erwähnung unseres Dorfes stammt aus 1196. Im Codex Traditionis werden die Besitzrechte des Stiftes Klosterneuburg dargestellt und unser Ort im Zusammenhang mit „duo beneficia Praitinse“ (zwei Benefizien Breitensee) genannt.

1216 und 1219 wird auf die beiden Besitzungen abermals Bezug genommen. Abt Wisento aus Klosterneuburg übergibt sie in Übereinstimmung mit dem ganzen Kapitel als Lehen Herrn Heinrich Toschil (Klosterneuburger Stiftsarchiv Nr. II Fol. 36) (3)
Die beiden Lehen werden nicht weiter beschrieben, es wird bloß gesagt, dass sie bei Breitensee liegen.

Unter „beneficium“ ist ein Zinslehen zur Nutzung und Bearbeitung an bäuerliche Leute gegen Leistung von Diensten oder Abgaben zu verstehen. (9)
Ob die Überlegung, dass es sich bei diesen Gütern um den heutigen Salmhof und den Markhof (Satzling) gehandelt hat, abzulehen ist? Die Güter haben zweifellos eine größere Ausdehnung gehabt, das Klosterneuburger Domkapitel hätte sich sonst kaum mit ihnen beschäftigt.
Eine Nennung der „duo beneficia“ im Zusammenhang mit Marchegg konnte damals nicht erfolgen, weil Marchegg erst 1278 gegründet worden ist.

Kirchliches Leben

Mit der Besiedlung ging die kirchliche Ordnung des neuen Landgebietes Hand in Hand. Für uns war das Bistum Passau zuständig.
So entstanden um die Mitte des 11. Jahrhunderts Urpfarren, aus denen durch Teilung neue Seelsorgebezirke entstanden. Unsere Urpfarre – auch Mutterpfarre genannt – war Weikendorf.

Weikendorf selbst wird urkundlich 1113 erstmalig genannt.

Aus dieser Pfarre gingen hervor:
Markgrafneusiedel - 1224 (war vorerst grundherrlich, d.h. vom Grundherrn, dem
Markgrafen Siegfried (?) schon vorher als Kirche gegründet
Lassee - wird 1232 der Mutterpfarre gleichgestellt, bestand also
schon früher.
Schönkirchen,
Obersiebenbrunn,
Untersiebenbrunn, (wiedererrichtet 1784)
Oberweiden,
Zwerndorf,
Gänserndorf, (wiedererrichtet 1783)
Markthof, (wiedererrichtet 1783)
Prottes, (wiedererrichtet 1783)
Groißenbrunn, (wiedererrichtet 1783)
Breitensee, (wiedererrichtet 1784)

Mit Ausnahme von Zistersdorf gibt es in unserem Bezirk keine Urkunden, die über die Errichtung der neuen Pfarren schreiben. Erbauungszeit der Kirchen und Einrichtung der Pfarren können aufgrund verschiedenster Fakten bloß erschlossen werden. (1h)
Universitätsprofessor Dr. Klaar zählt die Breitenseer Kirche zu den frühgotischen Bautypen aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts und sagt, „dass die große, noch romanisierende Anlage ebenso wie jene in Waidendorf und in Haringsee stark umgebaut wurde“. (4)
Pfarrer Augustin Schenk stellt 1909 in der Pfarrchronik fest: „Als am 14. November der Totengräber das Grab für den Steinberg nach Breitensee überführten Martin Palleschitz besorgte, stieß er in der Tiefe von etwas 1 m auf mächtige Mauerreste und konnte nur schwer das Grab fertig machen. Ich erkundigte mich bei den Leuten, ob man darüber mehr wüsste, und man sagte mir, dort wäre einmal eine Kapelle gestanden. Weiter nachzugraben unterließ ich, weil es mir an dem nötigen Geld mangelte.“
Familie Kommerzialrat Franz Bibersteiner ließ im Zuge der Feier „400 Jahre Breitensee“ 1979 auf eigene Kosten die entsprechenden Grabungen durchführten. Das Ergebnis war verblüffend. Es brachte in Verlängerung der Apsismauern der jetzt bestehenden Kirche – also Richtung Osten – ein „massives Fundament aus Feldsteinen von 1,30 m Tiefe und 1m Breite“ zum Vorschein. (3)
Auf diesem Fundament ruht zum Teil die Apsis der heute bestehenden Kirche.
Die Außenmaße dieses Fundaments betragen 13m mal 6,5 m. Ob und wieweit diese Grundmauern auch das Fundament des Turmes bilden, könnte erst durch eine neuerliche Grabung festgestellt werden.

Die Zeit der Errichtung der Fundamente sowie deren Proportionen und des sicherlich darauf errichtet gewesenen sakralen Bauwerkes, entsprechen in Bauweise und Proportion jener Kirchen, die vorher genannt wurden.
Für unser Land sind die einstigen Wehrkirchen typisch. Sie stehen entweder auf einem Hügel innerhalb des Dorfes – wie etwa in Lassee – oder wurden außerhalb des Dorfverbandes errichtet, was für Breitensee zutrifft. Wehrkirchen hatten Wall und Graben, Untersiebenbrunn hatte beispielsweise ebenso wie Lassee drei Wälle.
Bei uns ist noch der Rest eines Walles erkennbar. Es ist das die Geländestufe etwa 30 m von der heutigen Friedhofsmauer auf der Nordseite Richtung Ost-West. (4)
Wehrkirchen gab es vor allem in den Orten, wo keien Burg vorhanden war. Jedes Dorf hatte für seine Sicherheit vorerst selbst aufzukommen. Nur bei großer Feindgefahr – durch Beobachter angekündigt oder von den Herrschaften avisiert und befohlen – wurden gut ausgebaute Fluchtorte aufgesucht. Für Breitensee mögen da in Frage gekommen sein die Stadt Marchegg oder die große Wehrkirche Lassee.
Gotteshaus und Friedhofsmauer eigneten sich auch deshalb ganz besonders zur Verteidigung, wie das gläubige Volk schon aus innerem Drange in diese geheiligte Stätte flüchtete.
Die Hauptlast der Verteidigung hatte die Friedhofsmauer zu tragen. Neben den vorgelagerten Wällen wies sie Pfahlwände und Flechtwerk auf, auf deren Erhaltung und Instandsetzung die Herrschaften stets drängten.
Unsere heutige Friedhofsmauer ist mit der ursprünglichen Mauer nicht identisch. Die Lage der Kirche außerhalb des Dorfes hatte einen wehrpolitischen Grund. Dem Feind war so die Möglichkeit genommen, aus der Deckung naher Häuser anzugreifen, zudem konnte die Kirche nicht durch einen Brand des Dorfes gefährdet werden.

Wie unsere Kirche ursprünglich ausgesehen hat, ob und welcher Art der Turm war, könnte selbst durch Grabungen im Kircheninneren nur mangelhaft festgestellt werden. Ihre spätere Zerstörung (um 1480?) war derart gründlich, dass kein Stein auf dem anderen blieb.
Bezüglich Aussehen dieser Kirche sind am ehesten Vergleiche mit dem Altteil der Kirchen in Baumgarten/March oder Witzelsdorf, die auch größenmäßig den Breitenseer Restfundamenten nahe kommen, zielführend.

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Wolfgang Garhöfer
2294 Breitensee 51
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